Nach dem Zweiten Weltkrieg war es um die Blasmusik in Hundsangen mehr als schlecht bestellt. Lediglich kirchliche Veranstaltungen, insbesondere die Fronleichnamsprozessionen, wurden von ein paar Bläsern musikalisch umrahmt.
Beginnend ab Anfang 1978 fanden - auf Initiative von Norbert Wagenbach - einige Treffen von zehn interessierten Musikanten statt.
An Fronleichnam 1978 ging es einen gewichtigen Schritt zu einem zukünftigen Musikverein voran. Beschlossen und in die Tat umgesetzt wurden nun - zwar noch nicht regelmäßig - gemeinsame Übungsstunden, dankenswerterweise im Haus Arthur Kremer, abgehalten.
Kurze Zeit später wurde in einer Gründungsversammlung der Musikverein aus der Taufe gehoben und erstmals ein Vorstand gewählt.
Von nun an fand man sich regelmäßig zu Musikproben zusammen. Als Übungslokal wurde der Versammlungsraum im Feuerwehrgerätehaus genutzt, welcher freundlicherweise von der Freiwilligen Feuerwehr zur Verfügung gestellt wurde. Bereits im selben Jahr wurde das bislang erworbene musikalische Können einem breitem Publikum bei kleineren Auftritten präsentiert. Die Zahl der Verpflichtungen nahm ständig zu, ebenfalls wurde die Zahl der Mitglieder größer. Erfreulicherweise waren es meist jugendliche Musiker, die in den Verein integriert werden konnten. Als Übungsleiter fungierten in dieser zeit Alois Reis und Manfred Zierfas. Um sich in der Öffentlichkeit auch als Einheit darstellen zu können, wurde die Anschaffung einer Uniform ins Auge gefaßt. Dank einer großzügigen Spende von Arthur Kremer konnte dieses Vorhaben im Sommer 1980 realisiert werden.
Seit 1981 dient das Foyer der “Ollmersch-Halle” als Übungsraum, wofür auch der Ortsgemeinde ein Dankeschön gilt.
Neben einer großen Anzahl von Auftritten im regionalen Raum kommt natürlich das Vereinsleben auch bei sonstigen gemeinsamen Aktivitäten nicht zu kurz. Außerdem fanden einige mehrtägige Konzertreisen statt. Hierbei konnten freundschaftliche Beziehungen zu den Musikvereinen aus Waging und Legau, beide aus Bayern, sowie Sluiskill aus Holland geknüpft werden. Diese Orchester präsentierten sich auch schon in Hundsangen.
Eckpunkte aus musikalischer Sicht sind sicherlich mehrere Konzertabende, die mit beachtlichem Erfolg veranstaltet wurden. Verantwortlich dafür zeigte sich Otto Bach aus Steinefrenz, der dem Verein von 1984 - 1996 als Dirigent vorstand und diesen mit viel Engagement und großem musikalischen Verständnis vorangebracht hat. Durch ihn konnte der Verein sein Repertoire, welches bis dato größtenteils aus der volkstümlichen Blas- und Unterhaltungsmusik sowie kirchlichen Stücken bestand, auf klassische und konzertante Literatur ausweiten. Leider verstarb Otto Bach im Oktober 2000 nach langer Krankheit.
Als ein herausragendes Ereignis der Vereinsgeschichte ist die Durchführung eines Musikfestes im Frühjahr 1989 zu nennen. Über einen Zeitraum von drei Tagen wurde von einer Vielzahl von Orchestern und Vereinen Volksmusik dargeboten. Dies wurde dem Verein durch großen Zuspruch des interessierten Publikums honoriert.
Seit 1996 dirigiert Renate Meffert aus Limburg den Musikverein und trat somit die Nachfolge von Otto Bach an.
In Zusammenhang mit einem Ausflug im Juni 2000 nach Hamburg bzw. Neumünster in Schleswig-Holstein, konnte das Orchester bei einem Auftritt auf der bekannten “Holstenköste”, einem der größten Volksfeste in Norddeutschland, einen weiteren musikalischen Erfolg erzielen.
Im Jahr 2001 veranstaltete der Verein wieder ein Oktoberfest, das wohl bislang erfolgreichste der Vereinsgeschichte. Mit annähernd 700 Besuchern war die Hundsänger Halle bis zum zum letzten Platz gefüllt. Durch die große Nachfrage hat die Vereinsführung beschlossen, regelmäßig ein ein Oktoberfest, in Abwechslung mit einem Konzertabend, zu veranstalten.
2003 feierte der Musikverein sein 25-jähriges Bestehen und veranstaltete im Juni ein großes Festwochenende mit den Ortsvereinen, vielen Musikvereinen der näheren Umgebung sowie mit der befreundeten Musikkapelle aus Legau im Allgäu. Alle Veranstaltungen, von der Disco über den Gala- und Stimmungsabend bis zum großen Finale am Sonntag wurden von mehreren Tausend Besuchern begeistert angenommen.
Derzeit sind 23 Musiker im Verein aktiv. Seit dem 01.01.2002 werden auch passive Mitglieder aufgenommen.
Sein größtes Augenmerk richtet der Musikverein jedoch auf die Jugend- und Nachwuchsarbeit und bildet in zahlreichen Holz- und Blechblasinstrumenten Kinder und Jugendliche aus. Interessierte sind jederzeit willkommen.
Abschließend sei nochmals Norbert Wagenbach erwähnt. Als langjähriger erster Vorsitzender hat er mit seinen Ideen und seinem schier unerschöflichem Engagement maßgeblich das Vereinsleben mitgestaltet und entscheident geprägt.
Den nächsten großen Einschnitt innerhalb des Vereins vollzog man im Jahr 2008. Norbert Wagenbach trat nach 30 Jahren Vorsitz sein Amt an seinen Sohn Mario ab. Mit dem Führungswechsel gab es auch Änderungen in der Vereinssatzung. Der "1. und 2. Vorsitzende" wurde durch einen geschäftsführenden Vorstand ersetzt. Seither lenken nun Mario Wagenbach und Dietmar Schneider die Geschicke des Vereins. |